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Einleitung

Hab in letzter Zeit bei mir zunehmende Schreibfaulheit feststellen müssen. Sowohl bei E-Mails als auch bei Beiträgen für meine Homepage die schon soo lange im halbfertigen Zustand vor sich hinschlummert, dass sie im Falle einer wundersamen Fleischwerdung wohl schon Verwesungsgeruch verbreiten würde.
Um Finger und Geist weiterhin fit, um Verwandte & Bekannte über interessante Vorgänge in meinem Leben oder Kopf auf dem Laufenden zu halten und weil's hoffentlich Spaß macht werd ich hier ein paar Beiträge veröffentlichen.

So, damit ist der Anfang getan. Das ist somit gewissermaßen das Ende vom Anfang.
19.5.08 22:40


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Shower of Hell

Ich hab im letzten Jahr in vier verschiedenen Wohnungen gewohnt, in einem Gästezimmer, bei verschiedenen Verwandten und in neun verschiedenen Hotels. Damit bin ich in den Genuss der Bekanntschaft von ca. 20 verschiedenen Badezimmern gekommen. Ich will mich deshalb nicht als Experte aufspielen, ich will nur klarmachen, dass ich weiß wovon ich rede.
Ich gehöre nicht zu den großen Liebhabern des nassen Elements. Früher habe ich die Badewanne klar bevorzugt. Gerade im Winter hatte die Dusche diesen unangenehmen Lagerfeuereffekt -> die vom Geschehen abgewandte Seite wurde ganz schnell fröstelig und führte zu so einer Dönerspießdrehbewung meinerseits die trotzdem nicht die wohlige Wärme eines Vollbades hinterließ. Mehr so als ob man von einer heißen Wanne angespuckt wird.
Ich schätze mal die Gesetze der Physik haben sich seit meiner jungen Jugend nicht großartig verändert, aber entweder meine Badezimmer sind jetzt immer wärmer als die meiner Eltern (das kann gut sein) oder ich hab mich einfach dran gewöhnt (kann genauso gut sein).
Das Vollbad ist zwar immer noch auf Platz 1 der Top Ten (Körperreinigungsliste) ist aber Mangels Zeit und Gelegenheit zu einem Wochenendvergnügen geworden.
Was bleibt ist die Pauschalreise unter den Reinigungsritualen: Die Dusche!

Nach den bereits oben erwähnten in etlichen Ernstsituationen erworbenen Erfahrungen habe ich eine Liste der Kriterien aufgestellt die für einen angenehmen Tagesbeginn unter dem Heißwassersprenkler von demselben einzuhalten sind:
a) (leicht) regulierbarer Wasserdruck
b) (leicht) regulierbare Temperatur
c) (leicht) regulierbare Arretierung des Duschkopfes
d) eine Wasserundurchlässige Ummantelung der Duschkabine
e) eine Duschwanne in der man angenehm stehen kann
f) eine Belüftungsmöglichkeit des Badezimmers
g) ein erträglicher Sinneseindruck (olfaktorisch, haptisch und optisch)

Leider sind diese Kriterien eher selten vollständig erfüllt. Meine aktuelle Dusche hat mit den ersten beiden Punkten ein Problem. Der Wasserdruck und die Temperatur unterliegen gewissen Schwankungen. Das ein ständiges nachregulieren eine gewisse Trübung der Duschfreude verursacht ist vielleicht nachvollziehbar. Außerdem duscht natürlich die Angst mit wenn das auf Anschlag gedrehte Heißwasser dann plötzlich doch kommt und einen nur ein beherztes Drehen auf "Arktiskalt" vor McCafe-mäßigen Verbrühungen dritten Grades bewahrt.
Einen ähnlichen Effekt hat die Dusche in meiner Wohnung. Diese ist noch mit einem mir zutiefst verhassten Doppelregler ausgestattet (Einer für Kaltwasser, einer für Warmwasser). Kleine Drehungen können große Temperaturveränderungen auslösen. Allerdings kann auch ohne Drehung plötzlich der Wasserdruck zusammenbrechen (und die Temperatur). Zumindest der Wasserdruck lässt sich dann wieder Hochregeln, was aber wiederum zu ganz eigenen Gefahren führt (Vielleicht hat schon mal wer im Fernsehen so einen Schneidstrahl gesehen: Diese Hochdruckwasserstrahlen mit denen man Stahlplatten zersägen kann... )

Mein Arzt hat mir früher Wechselduschen empfohlen (um morgens schneller wach zu werden) Von daher könnte man sagen der Fehler der Dusche ist eine versteckte Stärke. Aber das ist wohl eher was für Zwangsoptimisten ("Das Glas ist nicht leer sondern in einem Stadium voller Möglichkeiten der Neubefüllung")
Das einzige was den Körper vom spontanen Schocktod beim Kaltduschen abhält ist doch die Vorfreude auf die nachfolgende heiße Dusche.

Weitere Hemmnisse der Duschfreude sind: Fehlerhafte Druckerhöhungspumpen, Solarheizungen mit zu kleinem Warmwasservorrat, fest montierte Duschköpfe in ungünstiger Position (z.B. nur für Pygmäen geeignet), rutschige Badewannen/Duschkombinationen (gerne auch kombiniert mit niedriger Dachschräge und fehlendem Duschvorhang [Wasser für alle]), Stalaktiten im Anfangsstadium (wenig spektakulär aber ausreichend um 90% aller Düsen zu verstopfen), Tropfende Duschen, undichte Duschschläuche, "Wackelkontakte" beim Umschalter von Duschkopf und Badewassereinlass.
Dann gibt es noch diese Plastikduschköpfe mit so einer Art Chromlackierung... schaut von außen ganz okay aus, musste aber schon feststellen, dass die Außenschicht teilweise Risse bekommt. Diese wiederum haben so scharfe Kanten, dass man sich daran schneiden kann. Vermutlich ein Einzelfall aber es zeigt dennoch, dass man auch unter der Dusche nicht auf geeignete Schutzkleidung verzichten sollte.

Das äußere Erscheinungsbild einer Dusche ist natürlich auch nicht vollkommen vernachlässigbar. Dabei spreche ich nicht von irgendwelchen 70er Jahre Geschmacksverirrungen. Eher von haarigen Überresten im Abfluss, Kalksedimenten mit fossilen Silberfischcheneinschlüssen... so was in der Richtung.
Und so viel man auch an Gorgonzola oder Camembert denken mag (falls man die mag), der Selbstbetrug reicht nicht aus um die schwarzen und/oder pelzigen Ablagerungen für Edelschimmel zu halten.

Ich sehe schon, ich sollte meine gesammelten Erfahrungen und Weisheiten in einer Doktorarbeit bündeln und meine kleine Duschabhandlung nicht allzu groß werden lassen. Ich könnte jetzt noch ins Detail gehen aber bei dem Gedanken laufen mir kalte Shower über den Rücken. Also genug für heute mit den Shower-Geschichten. *pling*

22.5.08 13:49


Vorsicht! Vermint!

Eigentlich sollte dieser Beitrag von den verschiedenen Gefahren handeln die sich aus Gesprächen ergeben. Genauer gesagt Gespräche, bei denen es um vertrauliche oder intime Inhalte geht. Angefangen hätte ich vielleicht mit den klassischen Beispielen: Der Spion, der nichts über seinen Auftrag erzählen darf, der Atombombenerfinder, der seine Frau nicht mit der wachsenden Apokalypse im Hobbykeller konfrontieren will.
Vielleicht wäre ich auch gleich zum Punkt gekommen: Den Geheimnissen die nicht geheim genug sind, dass man gleich weiß ob es ein Fehler ist darüber zu sprechen. Ich hätte da auch erst mal ein paar stärkere Beispiele gebraucht um dann zu den Sachen zu kommen die einfach alltäglich sind. Vielleicht hätte ich von der Bundeswehr erzählt, wo selbst der Speiseplan als "vertraulich" gekennzeichnet war. Eventuell hätte ich bei der Gelegenheit sogar die Geschichte von dem jungen Mann erzählt, der einem Reporter am Telefon von Bewaffnung und Mannstärke der Kasernenwache berichtete (nur, dass es natürlich kein Reporter war).
Ganz sicher wäre ich auf Gespräche eingegangen die die tägliche Arbeit betreffen. Denn was während der Arbeit passiert, welche Kunden und Produkte man betreut, welche Software zur Verwaltung eingesetzt wird... all das ist ja größtenteils vertraulich. Selbst innerhalb der gleichen Firma muss man auf seine Wortwahl aufpassen wenn z.B. Kaufleute und Ingenieure am selben Tisch sitzen. Ich hätte natürlich auch von privaten Gesprächen erzählt und versucht unterhaltsam und witzig darzustellen wie die Erzählungen über Seitensprünge und Schwangerschaften einem Bumerang gleich auf einen zurückgeschleudert werden können.
Danach hätte ich noch einmal herausgestrichen wie sehr unsere Arbeit und die heiklen Themen in der privaten Umgebung uns beschäftigen. Und wie unnatürlich und schwierig es ist ein längeres Gespräch zu führen ohne darauf zurückzukommen. Auch hierfür hätte ich ein paar Beispiele geliefert, manche auch aus der eigenen Erfahrung. Beziehungsweise der Erfahrung anderer die ich kenne.

Und das war dann genau der Punkt wo ich beschlossen habe diesen Beitrag nicht zu schreiben. Wer weiß denn schon wer sich diese Internetgeschichte mal durchliest? Innerhalb von ein paar Monaten könnten alle möglichen Leute aus meiner Umgebung diesen Blog kennen, theoretisch auch welche denen ich gar nichts davon gesagt habe. Und vielleicht identifiziert sich dann einer in einem meiner Beispiele und fragt mich was ich mir dabei gedacht habe so was auszuschlachten. Oder er identifiziert mich in einem Beispiel und fragt sich, ob meine Einstellung zum Leben dem Universum und dem ganzen Rest nicht vollkommen falsch ist. (In beiden Fällen ist es ziemlich unerheblich ob er Recht hat oder nicht. Der Glaube allein schafft sich seine eigene Realität)
Selbst wenn ich diesen Beitrag löschen würde bevor ich den Link groß verbreite: Was einmal im Internet war ist nicht so einfach wieder zu entfernen. So ähnlich wie eine Bananenschale in der Antarktis*

Wie auch immer, hätte ich den Beitrag geschrieben wäre mein Fazit gewesen: Nicht soviel Sorgen machen und den Leuten vertrauen, dass sie auch ohne extra Hinweis nicht alles weitererzählen. Ich wollte mit einem lockeren Spruch abschließen etwas in der Art von "Entspannt euch Leute, die meisten interessieren sich gar nicht für eure schmutzige Wäsche. Ihr seid ja keine amerikanischen Präsidentschaftskandidaten denen auf Schritt und Tritt ein Richtmikro am Arsch klebt damit man ja nicht verpasst wenn sie mal Verdauungsprobleme haben."
Naja, jetzt werd ich mir wohl ein anderes Thema einfallen lassen müssen...


*Die Bananenschale in der Antarktis die sich über Jahrzehnte hinweg weigert zu verrotten ist m.M. nach ein guter Vergleich, weil sie auch nicht absichtlich konserviert wird. Irgendwer war unachtsam beim entsorgen seiner kompostierbaren Wertstoffe und da liegt sie nun für 100 Jahre. Beim Internet wandern auch nicht nur die interessanten oder lesenswerten Teile in die großen Datenarchive. Zu 90% bestehen solche öffentlichen Archive sicher aus Elektrokompost. Und selbst die privaten Backups sind teilweise sehr ungezielt.

27.5.08 20:32





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