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Parteien

Gestern habe ich keine Kosten und Mühen gescheut um das große Fernsehduell unserer Politikgiganten zu bestaunen. Neugierig geworden von den Artikeln die zwanzig Millionen Zuschauer vorhersagten richtete ich extra eine Antenne aus um dieses Ereignis mitzuerleben. Diesmal waren da ja nicht nur ein Kanzler und ein Möchtegern zu bestaunen, sondern zwei erfolgreiche Politiker die mit ruhiger Hand Deutschland durch das raue Klima der Weltwirtschaft gesteuert haben und seit vier Jahren diesem Land ihren glänzenden Stempel aufprägen.

Was bleibt einem im Nachhinein zu sagen als, dass die heiße Phase des Wahlkampfes endlich begonnen hat. Man spürt, es liegt etwas in der Luft. Politisch bewegte Menschen jeder Altersklasse bleiben auf der Straße stehen und diskutieren mit Interesse und Leidenschaft die Lage der Nation. Kaum eine Bäckerei, ein Cafe, eine Eckkneipe oder ein öffentliches Urinal an dem nicht Politik und die Zukunft des Landes im Allgemeinen und die anstehende Wahl im Besonderen diskutiert werden. Jede noch so unauffällige Ungereimtheit im Parteiprogramm der kleinsten Partei, jedes vermeintlich unentdeckte Juwel eines visionären Ausspruchs in einer Politikerrede eines chancenlosen Direktkandidaten wird vor Freunden, Bekannten und Arbeitskollegen ausgebreitet und vorgeführt um sodann ausführlich kommentiert und bewertet ja gleichsam seziert zu werden. Kein solches Gespräch aus dem man nicht das Gefühl hat ein wenig geistig gestärkt hervorgegangen zu sein. Jeder spürt, da kommt was Bedeutendes auf uns zu. Und während die etwas gespürloseren unter den Geschäftsleuten für das kommende Weihnachtsfest halten und anfangen Adventskalender in die Regale zu füllen weiß der Rest der Subprimekrisenerfahrenen Bevölkerung, dass es doch einzig und allein um unsere Zukunft, unsere Legislaturperiode, unseren Bundestag geht.

Ich muss gestehen, dass ich diesem Treiben etwas ratlos gegenüberstehe. Natürlich werde ich meine staatsbürgerlichen Pflichten wahrnehmen und Wählen gehen, das steht vollkommen außer Frage. Allein, zur politischen Diskussion weiß ich wenig beizutragen. Umso größer der Neid auf diese Lichtgestalten der deutschen Politik. Führungspersönlichkeiten die sich um die höchsten Ämter der Exportrekordnation Deutschland bemühen. Wer bin ich schon neben einem Gysi, einem Steinmeier, einer Monika Gärtner-Engel. Ganz schnell verblasst das eigene Ich wenn auch nur die Spitze eines Schattens dieser Lichtgestalten neben einem erscheint.

Darum mein kühner Entschluss, mangels Jugend nicht durch selbigen Leichtsinn zu entschuldigen: Ich werde eine eigene Partei gründen! Auch ich will ein paar Brosamen der allgemeinen Anerkennung unseres politikbegeisterten Volkes! Vielleicht schafft es ein Zitat aus meinem Parteiprogramm ja mal auf ein Handylogo. Was wäre das für ein Triumph auf dem Mobilen Telekommunikationsuniversalgerät eines Gymnasiasten, irgendwo oberhalb von unbedeckten Brüsten des Playmatelogos des Monats meine Worte zu erblicken! Eine Botschaft an die Welt die meinem Geiste entsprungen!

Naja, um es kurz zu machen: Ich hab mir vorgenommen eine Partei mit viel Profil zu gründen. Ich will keine Jasager als Wähler sondern selbstbewusste Mitbürger. Hier schon mal die Grundsteine auf denen ich meine zukünftige Partei aufbauen will:

 

Ausbau der deutschen Verkehrswege

Förderung der deutschen Landwirtschaft

Unterstützung der Entwicklungsländer durch fairen Handel

Präventive Verbrechensbekämpfung

Keine deutschen Soldaten in lebensgefährliche Situationen bringen

Keine Geschäfte mit undemokratischen Ländern

Internationale Verantwortung übernehmen

Mehr Geld für den Umweltschutz und Vergrößerung der Naturschutzgebiete

Mehr direkte Demokratie

Flächendeckende Kinderbetreuungsmöglichkeiten

Stabile Energiepreise für eine wettbewerbsfähige Wirtschaft

Besserer Schutz von Minderheiten

Keine neuen Kohlekraftwerke und abschalten der schmutzigsten zur Reduzierung des Treibhausgases CO2

Sichere Renten mit einer nachhaltigen Steigerung der Rentensätze

Klare Strukturen und Kompetenzen für einen handlungsfähigen Staat

Keine atomaren Endlagerstätten gegen den Willen des jeweiligen Bundeslandes

Gleichstellung von gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften

Mehr Mittel zur Integration von Ausländern

Stärkung des Wirtschaftsstandortes Deutschland

Keine neuen Atomkraftwerke und abschalten der bisherigen

Garantierte Ausbildungsplätze für Azubis

Ein Rentenzielalter von 63 Jahren

Förderung der Familien

Abschaffung der Studiengebühren

Senkung des Anstiegs der Neuverschuldung

Keinen staatlichen Eingriff in die Privatsphäre der Bürger

Bekämpfung der Arbeitslosigkeit

Ein schlanker Staat mit effizienter Verwaltung

Vollzeitjobs müssen einen Lohn erbringen der ein Leben über der Armutsgrenze ermöglicht

 

Ich denke das sind zum Teil revolutionär neue Ansätze und ich habe nicht vor irgendwo Abstriche zu machen. Ein paar Punkte müssen sicher noch ergänzt werden, allerdings bin ich inzwischen davon abgekommen das ganze auf 95 Thesen zu erweitern (auch wegen den darin im Hintergrund mitschwingenden religiösen Konflikten zwischen Reformierten und Gegenreformierten).

 

Ach ja, ein wichtiger Punkt fehlt oben noch:

Ein umfassendes Ausweiten der Krebsforschung

Es ist ein nicht hinnehmbares Skandal, dass man heutzutage in einem Land wie Deutschland immer noch an Krebs sterben kann!

14.9.09 21:15


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Musaceae

Habe mir gerade einen Liter Bananenmilch zubereitet. Bananenmilch ist nämlich eine tolle Sache. Und außerdem muss ich die Früchte ja verarbeiten bevor sie in andere Aggregatzustände übergehen oder sich in ihrer generellen Flauschigkeit verändern.
Mein Vater erzählt ja gerne wie gelungen die Natur die Bananen verpackt hat. Für die Natur ist das vielleicht nicht schlecht, aber mein Vater kommt halt auch aus einer Zeit wo Haltbarkeitsdaten durch Tiefkühlung und Vakuumsverpackung jenseits der eigenen Lebenserwartung noch nicht Standard waren. Und vollwertige Mahlzeiten die nach drei Wochen im Kühlschrank und einer Minute in der Mikrowelle in einer Perfektion vor einem stehen, die das gesamte Kantinenpersonal erblassen lassen, waren damals auch noch nicht Stand der Technik. Während die Gasherd nutzende Küchenexpertin Mikrowellen nur dafür nutzt sich per Handy ihren Kontostand zu verringern benutzt ein echter Mann diese glorreichen Funkwellen um sich eine schnelle und unkomplizierte Nahrungsaufnahme zu ermöglichen (und die ungenutzten Herdplatten lassen sich auch als Zwischenlager für Pizzakartons nutzen).
Ob ich das Bananenexperiment wiederholen werde wird sich später erweisen. Nämlich dann wenn sich rausstellt ob der Mixbecher in die Spülmaschine passt oder bei diesem küchendarwinistischem Test durchfällt.

Ja, es hat sich einiges geändert seit der Hochschülerzeit. Damals, in präspülmaschinischen, dunklen, untertechnisierten Zeiten war ich noch gezwungen von Papiertellern zu Essen.

15.9.09 21:47





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