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Shower of Hell

Ich hab im letzten Jahr in vier verschiedenen Wohnungen gewohnt, in einem Gästezimmer, bei verschiedenen Verwandten und in neun verschiedenen Hotels. Damit bin ich in den Genuss der Bekanntschaft von ca. 20 verschiedenen Badezimmern gekommen. Ich will mich deshalb nicht als Experte aufspielen, ich will nur klarmachen, dass ich weiß wovon ich rede.
Ich gehöre nicht zu den großen Liebhabern des nassen Elements. Früher habe ich die Badewanne klar bevorzugt. Gerade im Winter hatte die Dusche diesen unangenehmen Lagerfeuereffekt -> die vom Geschehen abgewandte Seite wurde ganz schnell fröstelig und führte zu so einer Dönerspießdrehbewung meinerseits die trotzdem nicht die wohlige Wärme eines Vollbades hinterließ. Mehr so als ob man von einer heißen Wanne angespuckt wird.
Ich schätze mal die Gesetze der Physik haben sich seit meiner jungen Jugend nicht großartig verändert, aber entweder meine Badezimmer sind jetzt immer wärmer als die meiner Eltern (das kann gut sein) oder ich hab mich einfach dran gewöhnt (kann genauso gut sein).
Das Vollbad ist zwar immer noch auf Platz 1 der Top Ten (Körperreinigungsliste) ist aber Mangels Zeit und Gelegenheit zu einem Wochenendvergnügen geworden.
Was bleibt ist die Pauschalreise unter den Reinigungsritualen: Die Dusche!

Nach den bereits oben erwähnten in etlichen Ernstsituationen erworbenen Erfahrungen habe ich eine Liste der Kriterien aufgestellt die für einen angenehmen Tagesbeginn unter dem Heißwassersprenkler von demselben einzuhalten sind:
a) (leicht) regulierbarer Wasserdruck
b) (leicht) regulierbare Temperatur
c) (leicht) regulierbare Arretierung des Duschkopfes
d) eine Wasserundurchlässige Ummantelung der Duschkabine
e) eine Duschwanne in der man angenehm stehen kann
f) eine Belüftungsmöglichkeit des Badezimmers
g) ein erträglicher Sinneseindruck (olfaktorisch, haptisch und optisch)

Leider sind diese Kriterien eher selten vollständig erfüllt. Meine aktuelle Dusche hat mit den ersten beiden Punkten ein Problem. Der Wasserdruck und die Temperatur unterliegen gewissen Schwankungen. Das ein ständiges nachregulieren eine gewisse Trübung der Duschfreude verursacht ist vielleicht nachvollziehbar. Außerdem duscht natürlich die Angst mit wenn das auf Anschlag gedrehte Heißwasser dann plötzlich doch kommt und einen nur ein beherztes Drehen auf "Arktiskalt" vor McCafe-mäßigen Verbrühungen dritten Grades bewahrt.
Einen ähnlichen Effekt hat die Dusche in meiner Wohnung. Diese ist noch mit einem mir zutiefst verhassten Doppelregler ausgestattet (Einer für Kaltwasser, einer für Warmwasser). Kleine Drehungen können große Temperaturveränderungen auslösen. Allerdings kann auch ohne Drehung plötzlich der Wasserdruck zusammenbrechen (und die Temperatur). Zumindest der Wasserdruck lässt sich dann wieder Hochregeln, was aber wiederum zu ganz eigenen Gefahren führt (Vielleicht hat schon mal wer im Fernsehen so einen Schneidstrahl gesehen: Diese Hochdruckwasserstrahlen mit denen man Stahlplatten zersägen kann... )

Mein Arzt hat mir früher Wechselduschen empfohlen (um morgens schneller wach zu werden) Von daher könnte man sagen der Fehler der Dusche ist eine versteckte Stärke. Aber das ist wohl eher was für Zwangsoptimisten ("Das Glas ist nicht leer sondern in einem Stadium voller Möglichkeiten der Neubefüllung")
Das einzige was den Körper vom spontanen Schocktod beim Kaltduschen abhält ist doch die Vorfreude auf die nachfolgende heiße Dusche.

Weitere Hemmnisse der Duschfreude sind: Fehlerhafte Druckerhöhungspumpen, Solarheizungen mit zu kleinem Warmwasservorrat, fest montierte Duschköpfe in ungünstiger Position (z.B. nur für Pygmäen geeignet), rutschige Badewannen/Duschkombinationen (gerne auch kombiniert mit niedriger Dachschräge und fehlendem Duschvorhang [Wasser für alle]), Stalaktiten im Anfangsstadium (wenig spektakulär aber ausreichend um 90% aller Düsen zu verstopfen), Tropfende Duschen, undichte Duschschläuche, "Wackelkontakte" beim Umschalter von Duschkopf und Badewassereinlass.
Dann gibt es noch diese Plastikduschköpfe mit so einer Art Chromlackierung... schaut von außen ganz okay aus, musste aber schon feststellen, dass die Außenschicht teilweise Risse bekommt. Diese wiederum haben so scharfe Kanten, dass man sich daran schneiden kann. Vermutlich ein Einzelfall aber es zeigt dennoch, dass man auch unter der Dusche nicht auf geeignete Schutzkleidung verzichten sollte.

Das äußere Erscheinungsbild einer Dusche ist natürlich auch nicht vollkommen vernachlässigbar. Dabei spreche ich nicht von irgendwelchen 70er Jahre Geschmacksverirrungen. Eher von haarigen Überresten im Abfluss, Kalksedimenten mit fossilen Silberfischcheneinschlüssen... so was in der Richtung.
Und so viel man auch an Gorgonzola oder Camembert denken mag (falls man die mag), der Selbstbetrug reicht nicht aus um die schwarzen und/oder pelzigen Ablagerungen für Edelschimmel zu halten.

Ich sehe schon, ich sollte meine gesammelten Erfahrungen und Weisheiten in einer Doktorarbeit bündeln und meine kleine Duschabhandlung nicht allzu groß werden lassen. Ich könnte jetzt noch ins Detail gehen aber bei dem Gedanken laufen mir kalte Shower über den Rücken. Also genug für heute mit den Shower-Geschichten. *pling*

22.5.08 13:49
 


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