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Vorsicht! Vermint!

Eigentlich sollte dieser Beitrag von den verschiedenen Gefahren handeln die sich aus Gesprächen ergeben. Genauer gesagt Gespräche, bei denen es um vertrauliche oder intime Inhalte geht. Angefangen hätte ich vielleicht mit den klassischen Beispielen: Der Spion, der nichts über seinen Auftrag erzählen darf, der Atombombenerfinder, der seine Frau nicht mit der wachsenden Apokalypse im Hobbykeller konfrontieren will.
Vielleicht wäre ich auch gleich zum Punkt gekommen: Den Geheimnissen die nicht geheim genug sind, dass man gleich weiß ob es ein Fehler ist darüber zu sprechen. Ich hätte da auch erst mal ein paar stärkere Beispiele gebraucht um dann zu den Sachen zu kommen die einfach alltäglich sind. Vielleicht hätte ich von der Bundeswehr erzählt, wo selbst der Speiseplan als "vertraulich" gekennzeichnet war. Eventuell hätte ich bei der Gelegenheit sogar die Geschichte von dem jungen Mann erzählt, der einem Reporter am Telefon von Bewaffnung und Mannstärke der Kasernenwache berichtete (nur, dass es natürlich kein Reporter war).
Ganz sicher wäre ich auf Gespräche eingegangen die die tägliche Arbeit betreffen. Denn was während der Arbeit passiert, welche Kunden und Produkte man betreut, welche Software zur Verwaltung eingesetzt wird... all das ist ja größtenteils vertraulich. Selbst innerhalb der gleichen Firma muss man auf seine Wortwahl aufpassen wenn z.B. Kaufleute und Ingenieure am selben Tisch sitzen. Ich hätte natürlich auch von privaten Gesprächen erzählt und versucht unterhaltsam und witzig darzustellen wie die Erzählungen über Seitensprünge und Schwangerschaften einem Bumerang gleich auf einen zurückgeschleudert werden können.
Danach hätte ich noch einmal herausgestrichen wie sehr unsere Arbeit und die heiklen Themen in der privaten Umgebung uns beschäftigen. Und wie unnatürlich und schwierig es ist ein längeres Gespräch zu führen ohne darauf zurückzukommen. Auch hierfür hätte ich ein paar Beispiele geliefert, manche auch aus der eigenen Erfahrung. Beziehungsweise der Erfahrung anderer die ich kenne.

Und das war dann genau der Punkt wo ich beschlossen habe diesen Beitrag nicht zu schreiben. Wer weiß denn schon wer sich diese Internetgeschichte mal durchliest? Innerhalb von ein paar Monaten könnten alle möglichen Leute aus meiner Umgebung diesen Blog kennen, theoretisch auch welche denen ich gar nichts davon gesagt habe. Und vielleicht identifiziert sich dann einer in einem meiner Beispiele und fragt mich was ich mir dabei gedacht habe so was auszuschlachten. Oder er identifiziert mich in einem Beispiel und fragt sich, ob meine Einstellung zum Leben dem Universum und dem ganzen Rest nicht vollkommen falsch ist. (In beiden Fällen ist es ziemlich unerheblich ob er Recht hat oder nicht. Der Glaube allein schafft sich seine eigene Realität)
Selbst wenn ich diesen Beitrag löschen würde bevor ich den Link groß verbreite: Was einmal im Internet war ist nicht so einfach wieder zu entfernen. So ähnlich wie eine Bananenschale in der Antarktis*

Wie auch immer, hätte ich den Beitrag geschrieben wäre mein Fazit gewesen: Nicht soviel Sorgen machen und den Leuten vertrauen, dass sie auch ohne extra Hinweis nicht alles weitererzählen. Ich wollte mit einem lockeren Spruch abschließen etwas in der Art von "Entspannt euch Leute, die meisten interessieren sich gar nicht für eure schmutzige Wäsche. Ihr seid ja keine amerikanischen Präsidentschaftskandidaten denen auf Schritt und Tritt ein Richtmikro am Arsch klebt damit man ja nicht verpasst wenn sie mal Verdauungsprobleme haben."
Naja, jetzt werd ich mir wohl ein anderes Thema einfallen lassen müssen...


*Die Bananenschale in der Antarktis die sich über Jahrzehnte hinweg weigert zu verrotten ist m.M. nach ein guter Vergleich, weil sie auch nicht absichtlich konserviert wird. Irgendwer war unachtsam beim entsorgen seiner kompostierbaren Wertstoffe und da liegt sie nun für 100 Jahre. Beim Internet wandern auch nicht nur die interessanten oder lesenswerten Teile in die großen Datenarchive. Zu 90% bestehen solche öffentlichen Archive sicher aus Elektrokompost. Und selbst die privaten Backups sind teilweise sehr ungezielt.

27.5.08 20:32
 


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