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Wasserspiele

Alles ist im Fluss. Zum Beispiel die Leichen der Feinde, die dort vorbeischwimmen wenn man nur lange genug wartet. Hat zumindest mal wer behauptet (wohl zu einer Zeit wo das mit den Leichen im Fluss noch üblicher war).


Aber auch die Zeit fließt dahin. Grade noch Silvester, gute Vorsätze und alles (fleißig Sport machen, schreiben, Spaß haben) und schwups ist schon März und die guten Vorsätze sind immer noch das gleiche (Pflastersteine auf dem Weg nach unten).
Dann gibt es da noch den Koffeinfluss, dass was im Büroalltag zu den Grundnahrungsmitteln zählt. Seit diesem Jahr steht auch in meiner Wohnung eine Kaffeemaschine.

Um den Luxus noch weiter auszubauen habe ich mir sogar eine Spülmaschine zugelegt. So eine kleine Tischspülmaschine die ich unter meine Spüle gebastelt habe. Dummerweise musste ich bei dieser Gelegenheit feststellen, dass ich keinen Anschluss für eine Spülmaschine habe. Kein Problem, nach nur zwei brüderlichen Telefonberatungen, zwei Obi-Besuchen (erster Verkäufer "Gibt es nicht. Da müssen sie den Hahn in der Wand auswechseln." zweiter Verkäufer: "Schrauben sie das dran") und ein paar Fluchen und Verrenkungen hatte ich die Maschine tatsächlich an das örtliche Trinkwasserleitungsnetz und die dazugehörige Abwasserabflussleitung angeschlossen. Und dabei ist nur ganz wenig Wasser ausgetreten.


Mit meinen derart bestätigten Eigenschaften als Wasserbauspezialist machte ich mich zeitnah an das nächste Vorhaben: Ein Computer mit Wasserkühlung!
Genauer gesagt ein Haufen von Einzelkomponenten die alle auf Geräuscharmut getrimmt waren sowie ein Wasserkühler für die Grafikkarte (Internetkommentar zum Originalkühler: Klingt wie ein Handstaubsauger).
Bei der Auswahl der Computerkomponenten fiel mir die Entscheidung noch halbwegs leicht. Aber der Wasserteil war für mich neues Land.
Was macht man wenn man keine Ahnung hat? Richtig! Google (Gelbe Seiten sind zu teuer)
Nach einer mehrstündigen Suche mit geringfügigen Abschweifungen vom Thema (spanischer Erbfolgekrieg, künstliche Aromastoffe) war ein schickes Komplettsystem gefunden. So ein Komplettsystem hat den Vorteil der... öhm... Komplettität auf seiner Seite. Bestellt, geliefert, aufgebaut, und schon lief der erste Test.
Dummerweise lief bei diesem Test nicht alles Wasser innerhalb des Kühlkreislaufs. Nach ein paar Stunden musste ich feststellen, dass der Kühlturm wohl nicht ganz dicht war. So was kann einem echt die Laune vermiesen.


Klar, da kamen nur ein paar Tropfen raus, aber ich kann ja nicht an meine Hochleistungsmaschine einen Kühler anschließen der gerade mal die Anforderungen eines Ostblockstaates vor dem Fall des eisernen Vorhangs erfüllt. Das muss besser gehen!
Also, Rat eingeholt.
Was macht man wenn man Computerprobleme hat? Man fragt einen Computerexperten aus der Bekanntschaft (sofern man die noch nicht alle verschreckt hat)!
Nach einer erhellenden Unterhaltung wurde das Kühlsystem völlig umgekrempelt: Statt nur die Grafikkarte sollte jetzt auch der Prozessor und das Mainboard gekühlt werden und statt einem billigen Komplettset kamen qualitative Einzelkomponenten zum Zug. Ganz oder gar nicht!
Ein paar Stunden und einen nicht ganz unerheblichen Eurobetrag später war alles bestellt.
Auch diesmal: Schnelle Lieferung.


Ich glaube an diesem Punkt muss ich mal kurz auf eine große Errungenschaft der modernen Welt eingehen: Die SI-Einheiten (~ System International). Dieses glorreiche Einheitensystem was praktisch auf der ganzen Welt anerkannt ist hat uns so wunderschöne Einheiten wie Meter, Kilogramm und Sekunde gebracht. Zugegeben, ein Kilogramm so für sich allein betrachtet hat im Vergleich zu einer, sagen wir Orchidee eine recht zweifelhafte Attraktivität. Wenn man allerdings zu den Anfängen der Festlegung von Einheiten zurückschaut, so muss man feststellen, dass es allein im deutschsprachigen Raum dutzende unterschiedliche Längenangaben gab. Ein noch recht bekanntes Beispiel ist die Meile, die je nach Land und Anwendung irgendwo zwischen 1,5 und 7,5 km liegt (wenn da ein Grundbesitzer ein paar Quadratmeilen Land verkauft hat lohnte sich also ein gründliches Studium des Kleingedruckten).
Heutzutage bleibt uns das Umrechnen von wiener Ellen in sächsische Füße erspart, da ja die gesamte entwickelte Welt (mit Ausnahme der USA) ein einheitliches System benutzt. Aus einem unbegreiflichen Grund ist allerdings bei Rohrleitungen (und Bildschirmen) immer noch die Zollangabe üblich. Ärgerlich! Vor allem wenn man vor einer Wasserpumpe sitzt, die einen 1/2 Zoll Zuflussstutzen hat der genauso wenig auf den 1/4 Zoll Schlauchanschluss passt wie der 1/4 Zoll Anschluss auf den 1/8 Zoll Ausgleichbehälter. Zu zusätzlicher Verwirrung führen dann die doppelten mm Angaben der Schläuche (Außen und Innendurchmesser) sowie die tatsächlich nachgemessenen Werte. Um es kurz zu machen: Ich musste ein paar Teile nachbestellen.


Nächste Lieferung, nächster Abholschein, zurechtgeschnitten, geschraubt, gebaut, gebastelt, festgestellt, dass Schläuche in der zugeschnittenen Länge abknicken, wieder abgeschraubt, abgeschnitten, neu zusammengesetzt, festgestellt, dass der elektrische Anschluss zu kurz ist, neues Kabel gekauft, festgestellt, dass der Kühler elektrischen Anschlüssen im Weg ist, mit viel Geduld alles nochmal neu verkabelt, fest gestellt, dass der Wasseraustritt für das Gehäuse etwas zu weit links ist, mit roher Gewalt ein neues Loch in das Gehäuse gebrochen... und schon war das Ding betriebsbereit! Wie man doch mit ein paar kleinen Handgriffen aus einem Haufen Komponenten einen schicken Computer zusammenbauen kann! Und da gibt es doch tatsächlich noch Leute die sich mit Komplettsystemen abspeisen lassen...
Die Pumpe lief ein bisschen stockend, aber der Wasserkreislauf sah gut aus.
Eine leichte Eintrübung der Laune ergab sich nach dem Anschluss eines Bildschirms an den Computer der leider sehr unfarbig blieb (schwarz). An und für sich habe ich ja nichts gegen schwarz, aber in diesem Fall habe ich doch (*pling*) schwarz gesehen...
Ein paar Experimente später (Grafikkarte in anderen Slot schieben, analogen Ausgang ausprobieren, rechten Ausgang, linken Ausgang, zurück in den alten Slot, Neustart, Kühler abbauen und wieder aufbauen, andere Grafikkarte anschließen (funktioniert), Lüfter an Karte anschließen, eine schwarze Schokolade über dem Computer opfern [Hühner waren gerade nicht verfügbar]) habe ich dann eine taktische Pause eingelegt um die Situation neu zu überdenken.
Gehen sie zurück auf LOS, streichen sie keine traumhafte 3D-Leistung ein, machen sie sich auf weiteren Frust gefasst!

10.3.09 22:32
 


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